Ruhebänkli in Beinwil am See erzählen auch Geschichten
Bänkliwanderung Beinwil am See
Erleben Sie Beinwil am See einmal auf eine andere Art! Unsere Bänkliwanderung führt Sie vorbei an allen Ruhebänkli, teilweise sind auch Erzählpunkte an den Bänkli angebracht.
Der Ausgangspunkt der Bänkliwanderung befindet sich auf dem Spielplatz beim Gemeindehaus (ab dem Bahnhof zu Fuss in wenigen Gehminuten erreichbar). Nach dem Start führt uns die Route aufwärts nach Südwesten an die Grenze zu Reinach und weiter bis zur Waldhütte Pfingstacher. Wenig später passieren wir die Kantonsgrenze: Zwei Beinwiler Bänkli stehen nämlich auf Luzerner Boden … Danach beginnt der Abstieg in Richtung Hallwilersee – beim Überqueren der viel befahrenen Hauptstrasse Beinwil–Mosen ist Vorsicht geboten!
Der nächste Abschnitt der Wanderung führt uns am lauschigen Seeufer entlang bis nach Birrwil, wo wir wiederum die Hauptstrasse queren. Kurz darauf betreten wir wieder Beinwiler Boden und nehmen den letzten Abschnitt via Zihl bis zum Unterdorf unter die Füsse.
(Quelle: Dorfheftli Beinwil am See)
Die Geschichte der Böjuer Chilbi
Die Beinwiler Chilbi hat eine Tradition, welche bis ins 15. Jahrhundert zurück reicht. In vorreformatorischer Zeit war es aber eine Kirchenweihe und wurde, da es eine Art Erntedankfest war, im Herbst gefeiert.
Aufgrund der nahen katholischen Grenze war Beinwil damals ein Grenz- und Sonderfall.
Beinwil wurde dann reformiert und die Berner verboten die Kirchenweihen. Als Grenzdorf mit katholischem Einfluss wurde die Chilbi aber trotzdem aufrecht erhalten. Sie durfte aber nicht mit katholischen
Festen zusammenfallen.
So entschied man sich für den ersten Sonntag im neuen Jahr und die Berner drückten ein Auge zu. Die Chilbi blieb so erhalten, fiel aber schon damals oft für viele Jahre aus. Um die Wende des 19. Jahrhunderts wurde die Chilbi in der «Platte» durchgeführt. Dort war auch die erste richtige Metzgerei von Böju. Der Metzgerschopf und das Verkaufs-lädeli vis-à-vis bestehen noch heute.
An der damaligen Chilbi wurden, da ja nur mit Eigenprodukten gehandelt werden durfte, mit dem «Trüllirad » vor allem Würste gewonnen. So gab es dann als Höhepunkt den sogenannten Wurstkranz. Daher
stammt auch der Spruch «Mer göhnd of Böju i d'Wurscht».
Ab dem 2. Weltkrieg verschwand dann die Chilbi wieder für einige Zeit und wurde später von den beiden Brauimetzgern, Hirt Ernst und Merz Gerold (Ölers), wieder eingeführt (zu diesem Zeitpunkt war eine
gerichtliche Bewilligung nötig). So gab es dann wieder Chilbi bei «Hirt», «Braui» und «Ölerbeck» – ausschliesslich mit Waren aus Eigenproduktion.
Die Chilbi wurde zu einem Böjuer Brauch mit Freinacht, denn mancher Arbeiter blieb am Montag – krankheitshalber – zuhause. Als gewisse Vorschriften gelockert wurden, gab es die Chilbi auch bei «Chrosi Gret» und «Beck Fehlmann». Die Anlässe wurden bis in die 70er Jahre durchgeführt. Danach fand keine Chilbi mehr statt. 2007 rief der Vorstand des Ortsbürgervereins die Chilbi wieder ins Leben und führt den Böjuer Brauch im
2-Jahres-Rhythmus weiterhin durch.
Helfen Sie mit, diesen alten Brauch am Leben zu erhalten. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher am 14. Januar 2024 zu begrüssen und wünschen allen viel Glück beim «Trüllen».
Weltkulturerbe in Böju
Traditionsgemäss lud der Ortsbürgerverein Böju am Bettag - Samstag zu einer Führung ein. In den vergangenen Jahren fand an diesem Samstag stets ein Dorfumgang statt. In diesem Jahr entschloss sich der Vorstand für eine Besichtigung der Pfahlbauten «Ägelmoos». Die im Jahre 1996 entdeckte Pfahlbauersiedlung am Hallwilersee gehört, zusammen mit anderen Siedlungen in Europa, zum UNESCO Weltkulturerbe.
Die Kantonsarchäologin, Manuela Weber, führte die Besucher dieses Anlasses vom Badi Parkplatz zum «Ägelmoos». Frau Weber freute sich, den Besucher den Fundort der Siedlung zu zeigen. Auf die Frage, wieso sie so begeistert über diese Pfahlbauersiedlungen spreche, meinte sie: « Es ist mir ein Anliegen, «Archäologie vor Ort am Objekt» den Interessierten zu zeigen.
Die Prähistorischen Siedlungsreste liegen auf einer ufernahen Strandplatte, knapp einen Kilometer nördlich des Schiffsteges von Beinwil am See.
Die Wassertiefe hier beträgt ca. 80 cm. Professionelle Taucher haben durch Bohrungen mit Handbohrern die Ausdehnungen und den Verlauf der Kulturgeschichte erfasst. Im Spätsommer und in den Herbstmonaten 2016 und 2017 führten sie im stark gefährdetem Haldenbereich eine Oberflächendokumentation auf gut 350 m2 durch. Diverse Funde wir Scherben und Holzreste wurden bei diesen Arbeiten geborgen. Anhand der Jahresringe konnten die Archäologen das Alter der Siedlung bestimmen.
Nach dem Abschluss der Arbeiten wurde die Siedlung mit einer Geotextil und einer Kiesauflage vor einer mechanischen Zerstörung durch Welleneinwirkung geschützt. Heute steht an dieser Fundstelle eine schlichte Tafel, die die Besucher über diesen Fundort informiert.
Nach diesem großartigen Vortrag begaben sich die Besucher in die Badi Böju zum obligaten Bratwurstessen. Der Präsident des Ortsbürgervereins Böju, Peter Eichenberger, bedankte sich bei der Archäologin, Manuela Weber für den Interessanten Vortrag. Als kleines Dankeschön überreichte er Frau Weber «Merzchogle».
Links dazu:
Die Siedlung verschwindet unter Kies und Stoff
Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
Schutz für den Pfahlbau in Beinwil
Neuer Brunnen im «Rüteli»
Der Forstbetrieb «aargau süd» hat einen neuen Brunnen im «Rüteli» aufgestellt. Vielen Dank an den Förster Ueli Wanderon und sein Team.
Filme unter Infos und Links
Unter Infos und Links finden sie verschiedene Filme über unseren Wald. Die Quelle liegt bei WaldSchweiz
Brötliplatz im Rüteli
Neu übrnimmt der Ortsbürgerverein Böju die Pflege der «Brätlistelle im Rüteli». Der Brunnen wird in den nächsten Wochen durch einen neuen ersetzt. Vielen Dank an den Forstdienst «aargau süd».
Amerikanische Roteiche
Die in Nordamerika verbreitet Amerikanische Roteiche im Böjerwald entdeckt. Sie ist der offizielle Staatsbaum des US-Bundesstaates New Jersey.
In der Bildmitte eine Amerikanische Roteiche
Die Waldgebiete im Böjuer Wald
Foto:P.Eichenberger
Der Ortsbürgerverein Beinwil am See, führte am vergangenen Samstag 26.09.2020 einen Arbeitstag unter dem Titel «Waldbeschilderung» durch. Trotz des schlechten Wetters besammelten sich einige Helfer bei der Esteracherhütte. Nach einer kurzen Begrüssung und Informationen durch den Präsidenten des Ortsbürgervereins, Peter Eichenberger, gingen die Helfer ans Werk.
Das Wichtigste bei solchen Arbeitstagen ist selbstverständlich auch die Verpflegung. Ruth Weber und Franz Estermann organisierten diese in der Zwischenzeit. Oberhalb der Böjuer-Waldhütte wurde die erste Tafel gesetzt. Hans und Karin Williner hatten das ganze Material sauber vorbereitet. Die Helfer, unter ihnen Walter Eichenberger, mussten bald feststellen, dass der Boden sehr trocken ist und die Pfosten nur schwer in den Boden gerammt werden konnten. Aber mit einer guten Maschine wurde die Arbeit wesentlich erleichtert und geschafft.
«Das Heidenmättli»
Als die Leute in unserer Gegend zum Christentum bekehrt wurden, mussten in Beinwil am See alle, die den neuen Glauben nicht annehmen wollten, das Dorf verlassen. Sie schlugen ihr Lager draussen im Wald auf.Einer der letzten, die nicht zum christlichen Glauben übertraten, war der «Heidenludi».
Auch seine Mutter, das «Heidenmutterli«, liess sich nicht bekehren. Die beiden bewohnten eine elende Hütte, die mitten auf einer von dichtem Tannenwald umsäumten Wiese stand. Diese erhielt den Namen «Heidemätteli». Es handelte sich um jene Lichtung, die man rechterhand der heutigen Kantonsstrasse nach Mosen sieht.
Als der «Heidenludi» seiner alten Mutter überdrüssig wurde, tat er etwas überaus Heidnisches: Er legte sie lebendig in einen Sarg, den er zunagelte und bei seiner Hütte in die Erde vergrub.
Von der Grabstätte aber floss alsbald ein Bächlein den Hang hinunter. Sein Wasser sind die Tränen des «Heidenmuetterli», das im finsteren Grab weint, bis der Tod es von seinem Leiden erlösen wird. Das Bächlein fliesst heute noch. Man nennt es «Erdbrustbächlein». Quelle: Buch «Beinwil am See» von Karl Gautschi
Wandbilder in der Ref. Kirche Beinwil am See
Die Wandbilder in der Ref. Kirche Beinwil am See sind von den beiden Malern, Paul Eichenberger und Eugen Maurer, im Jahre 1935 gemalt worden. Einige Böjuer stellten sich damals als Modelle zur Verfügung. Manche konnten eruiert werden. Es fehlen aber immer noch einige Personen. Wer könnte uns weiterhelfen die Namen der weiteren Modelle herauszufinden?
Alte Fotos von Beinwil am See gesucht.
Der Ortsbürgerverein sucht alte Fotos von Beinwil am See. Haben sie solche Fotos? Uns würde es freuen, wenn wir diese kopieren könnten für unsere Sammlung.
Unser Wald
Grösste Eiche im Böjuer-Wald